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Traunsteiner Tagbalt 3.8.2017

Traunsteiner Liste setzt sich für den Erhalt des Haidforst ein


Die Erweiterung des Gewerbegebiets Nord mit der Anbindung durch einen Kreisverkehr an die Bundesstraße B304 war das zentrale Thema der gut besuchten öffentlichen Mitgliederversammlung der Traunsteiner Liste am vergangenen Dienstag im Gasthaus Aubräu in Traunstein. In der lebhaft geführten Diskussion waren sich Mitglieder und Gäste der Veranstaltung schnell einig, dass der Erhalt des Haidforster Waldes als grüne Lunge Traunsteins und als Naherholungsgebiet für Traunsteiner Bürger eindeutig Vorrang haben müsse vor der Ausweisung weiterer Gewerbeflächen im Norden Traunsteins.

Der Erhalt des Haidforsts war bereits in der Vergangenheit ein vielfach kontrovers diskutiertes Thema. Wie einige Besucher berichteten, gelang es in der vergangenen Wahlperiode Dank dem tatkräftigen Einsatz zahlreicher Organisationen wie der Bürgerinitiative „Rettet den Haidforst“, dem „Bund für Naturschutz“, und Vertretern aus der Kommunalpolitik von SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und der Traunsteiner Liste den Wald als Erholungsraum zu erhalten. Eine Besucherin erinnerte an die Verdienste des ehemaligen Traunsteiner Oberbürgermeisters Fritz Stahl um den Erhalt des Waldes und den damit verbundenen Wahlerfolgen früherer Wahlperioden. Umso enttäuschter zeigte man sich nun über den jetzigen Beschluss des Planungsausschusses des Stadtrats, der in seiner jüngsten Sitzung nun auch mit Unterstützung der SPD die Erweiterung des Gewerbegebiets bis an die Gemarkungsgrenze empfahl.

Simon Steiner erinnerte daran, dass sich auch die Traunsteiner Liste gegenüber Erweiterungsmöglichkeiten für hier ansässige Firmen durchaus aufgeschlossen zeigt. Diese Erweiterungen dürfen aber nicht zu einer pauschalen Ausweisung des kompletten Waldgebiets führen, sondern müssen durch einen konkreten Bedarf nachgewiesen werden. Der ehemalige und langjährige Stadtrat Robert Gastager führte hierzu aus, dass für ein konkretes Bauvorhaben keine Flächennutzungsplanänderung, wie vom Planungsausschuss gewünscht, nötig sei. Wenn sich ein hier ansässiges Unternehmen vergrößern wolle, genüge eine Bebauungsplanänderung. Dies habe den Vorteil, dass nicht über das gesamte Gebiet auf einmal entschieden werden müsse. Eine Entscheidung von Fall zu Fall lasse der Stadt einen größeren Handlungsspielraum bei der Entscheidung, welche Unternehmen man in welchem Umfang ansiedeln wolle, wie Gertraud Kallsperger betonte.

Kritisch sah man ebenso die geplante Verkehrsanbindung des Gewerbegebiets an die Bundesstraße B304 über einen Kreisverkehr. Die bei der Versammlung anwesenden Anwohner der Kotzinger Straße erwarten nach eigenem Bekunden keine Entschärfung des LKW Verkehrs an der Einmündung der Kotzinger Straße in die Wasserburgerstraße durch die Variante 3 der SAK Planung. LKW Fahrer werden auch künftig die Kreuzung nicht vorschriftsmäßig nutzen, so deren Befürchtung. Der Gefahrensituation an der Querung der Empfinger Gleisanlage könne am effektivsten durch vermehrte Verkehrskontrollen des LKW Verkehrs durch die Polizei begegnet werden, wofür Gabriele Sachsenmaier plädierte. „Es könne doch nicht sein,“ so der ehemalige Stadtrat Wolfgang Schrag, „dass man wegen des verkehrswidrige Verhaltens einiger Lkw Fahrer über 2 Millionen Euro in einen neuen Kreisverkehr investiert, zumal die Stadt mit dem erst im zweiten Anlauf genehmigten Haushalt ja sowieso zum Sparen gezwungen ist“.

Stadtrat Dr. Thomas Graf führte einen weiteren Punkt an: Durch die geplante Trassenführung werde das Waldgebiet weiter zerstückelt und verliere damit an ökologischem Wert. Die zu schaffenden Ausgleichsflächen seien meist weit entfernt, für den Traunsteiner damit als Erholungsgebiet nicht erreichbar, klein, und oft von ökologisch geringem Nutzen. Ein erntereifer Wald dürfe schon bewirtschaftet werden, müsse im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaft aber auch wieder aufgeforstet werden.

Der Vorsitzende der Traunsteiner Liste Dr. Ralph Joerger begrüßte in seinem abschließenden Résumé das Engagement aller Anwesenden zum Erhalt eines ökologisch wertvollem Stück Naturs in Traunstein und beurteilte die Diskussion um eine Wiederbelebung der Bürgerinitiative zur Rettung des Haidforst oder die Initiierung eines Bürgerbegehrens optimistisch.

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