Startseite --> Archiv --> Wahlveranstaltung Verkehrt

Verkehrskonzept

Pressemitteilung zur Wahlveranstaltung Traunsteiner Liste am 17.2.2014



Die zweite Wahlkampfveranstaltung der Traunsteiner Liste fand am vergangenen Montag im Gasthaus Jobst in Rettenbach statt und befasste sich vorrangig mit ihrem Verkehrskonzept für Traunstein und seine Umlandgemeinden. OB-Kandidat Dr. Ralph Joerger präsentierte den Besuchern sehr übersichtlich und detailliert, viele Wege, die Bedürfnisse nach Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen der Stadt nach sozialen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten zu gestalten.

Jeder ist dort auch Fußgänger, daher sollen Wege angenehm und sicher sein, wie Dr. Joerger betonte. Fußgänger-Freundlich heißt, Raum schaffen in der Stadt, um flanieren, schauen und in Ruhe einkaufen zu können. Auch bildlich wurde das im Vergleich des Stadtplatzes mit der Maxstraße deutlich: Der Stadtplatz bietet den Menschen freie Wege, Geschäftsauslagen im Freien und Straßencafes, am Maxplatz ist es ein „Hindernislaufen“ zwischen parkenden und fahrenden Autos. Es gibt kaum Anreize zum Stehenbleiben und Auslagen betrachten. Für jeden Bürger sind das erlebbare Kontraste der Aufenthaltsqualität.

Auch Radfahrer sollen in Traunsteins Innenstadt willkommen sein, aber erst einmal müssen sie diese sicher erreichen können. Ein neuralgischer Punkt ist hier z.B. der Radweg aus Kammer, der nach Empfing abzweigt, obwohl die meisten Radfahrer Richtung Bahnviadukt weiter wollen. Hier fehlen ein paar 100m, um Schüler sicher in die Stadt zu führen. Kleinere Lückenschlüsse und Vernetzungen können Radfahrern einen Zeitvorteil zum Auto verschaffen.

Hauptthema war schließlich der Vorschlag zum öffentlichen Nahverkehr, der mit kleinen wendigen Bussen auf 4 Linien gestaltet werden soll. Dr. Joerger präsentierte ein schlüssiges Konzept mit Linienführung, Haltestellen und Fahrplänen, bis hin zu Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Dieser Plan wurde von den Zuhörern sehr positiv aufgenommen und ausführlich diskutiert.

Das Betriebskonzept soll einfach und ohne Hürden sein, daher auch ein Einheitspreis von 1,50 Euro pro Fahrt und nur 3 Euro für beliebig viele Fahrten an einem Tag. Eine eigene Innenstadtlinie könnte im 20-Minutentakt betrieben werden. Die Außenlinien sind als Stichstrecken oder Rundkurse mit einer Stunde für einen Umlauf konzipiert und bedienen alle Stadtteile und Außengemeinden von Traunstein.

Auf Nachfragen des Publikums erklärte der OB-Kandidat, dass die Auslastung bestimmt, ob Geld erwirtschaftet werden kann oder städtische Zuschüsse nötig sind. Als idealer Betreiber kämen, wie es auch in anderen Städten praktiziert wird, die Stadtwerke Traunstein in Frage.

Auch beim Car-Sharing, der zweiten Säule autosparender Motorisierung, soll eine gute Auslastung die Pkw`s möglichst oft in Fahrt halten. Nur so sei ein Auto auch ökologisch sinnvoll zu nutzen, da schon die Herstellung sehr viel Energie verschlingt. Das Carsharing-Modell kann die Anschaffung vieler Zweitautos ersparen, wenn das Abstellnetz dicht genug ist und kurze Wege sichergestellt sind.

Als Abschluss kam ein besonders wichtiges Anliegen zur Sprache, die Verkehrsführung in und um Traunstein. Einer Südwest-Tangente wurde von Dr. Joerger und der gesamten Traunsteiner Liste eine klare Absage erteilt. Sie würde durch Gewerbeansiedlung noch mehr Verkehr anziehen. Wege würden noch mehr nach außen, statt in die Innenstadt geleitet und wären ohne Auto nicht mehr zu bewältigen. Die Grünflächen um Traunstein, das Naherholungsgebiet für die Stadtbewohner, würde dadurch wesentlich beschränkt.

Ein Kreisverkehr an der Wegscheidbrücke soll aus Sicht der Traunsteiner Liste die Innenstadt aufwerten helfen, damit Geschäfte des täglichen Bedarfs möglichst zu Fuß erreichbar bleiben - so die Schlussbotschaft nach fast 90 Minuten engagiertem Vortrag.

Peter Blumenthal (Pressereferent)

  © 2018 · Joerger · E-Mail email senden